Eine Entscheidung mit größerer Tragweite, als es scheint
Der IT-Partner entscheidet in der Praxis darüber, wie stark Ihr Unternehmen exponiert ist: ob Daten nach einem Angriff wiederherstellbar sind, ob ein Ausfall die Produktion für eine Stunde oder für drei Tage stoppt, ob regulatorische Pflichten tatsächlich abgedeckt oder nur behauptet werden.
Es ist eine Entscheidung, die selten getroffen wird und deren Auswirkungen jahrelang spürbar sind. Deshalb lohnt es sich, die richtigen Fragen vorher zu stellen.
Die zwölf Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten
Kopieren Sie sie und nutzen Sie sie in jeder Verhandlung – auch mit uns.
Zu den Zeiten
- Welche maximale Reaktionszeit ist vertraglich festgelegt und nicht nur mündlich zugesagt?
- Was passiert, wenn das Problem am Freitag um 18 Uhr auftritt?
- Wie schnell sind Sie bei Bedarf physisch vor Ort?
Zu den Kompetenzen 4. Wer wird unser Unternehmen betreuen, und was passiert, wenn diese Person nicht verfügbar ist? 5. Über welche Zertifizierungen verfügt das Personal, das an unseren Systemen arbeitet? 6. Kümmern Sie sich auch um Sicherheit und regulatorische Compliance oder nur um Support?
Zu den Daten 7. Wann wurde der letzte Wiederherstellungstest bei einem Kunden durchgeführt? 8. Wo befinden sich unsere Backups physisch, und wer hat Zugriff darauf? 9. Was würden Sie uns übergeben, wenn wir morgen den Anbieter wechseln würden?
Zu den Kosten 10. Was ist in der Pauschale enthalten, und was wird separat berechnet? 11. Wie ändern sich die Kosten, wenn wir um zwanzig Arbeitsplätze wachsen? 12. Gibt es Laufzeitbindungen oder Ausstiegsgebühren?
Wenn ein Anbieter alle zwölf Fragen souverän beantwortet, ist das ein gutes Zeichen. Wenn er bei Frage 7 oder Frage 9 ausweichend reagiert, ist das ebenfalls ein klares Signal.
Die fünf häufigsten Warnsignale
1. Es gibt ein Backup, aber es wurde nie getestet. Das ist der häufigste und gefährlichste Fall. Ein Backup, das nie wiederhergestellt wurde, ist eine Annahme, keine Garantie. Nach unserer Erfahrung ist das das erste Problem, das nach einem Ransomware-Angriff ans Licht kommt.
2. Alles hängt von nur einer Person ab. Wenn Ihr technischer Ansprechpartner zugleich der Einzige ist, der die Systeme kennt, ist Ihr Unternehmen einem Risiko ausgesetzt, das mit IT nur am Rande zu tun hat.
3. Keine Dokumentation. Wenn es keine schriftliche Historie von Eingriffen, Konfigurationen und Zugangsdaten gibt, gehört dieses Wissen nicht Ihnen – sondern befindet sich im Kopf eines anderen.
4. Im Vertrag steht nichts zu Zeiten. „Wir greifen so schnell wie möglich ein“ ist keine Verpflichtung. Ein SLA definiert Stunden, nicht Absichten.
5. Hürden beim Ausstieg. Nicht herausgegebene Zugangsdaten, Lizenzen auf den Namen des Anbieters, verweigerte Dokumentation. Eine professionelle Zusammenarbeit setzt voraus, dass sie geordnet beendet werden kann.
Intern, extern oder gemischt: So finden Sie die passende Lösung
| Wann sinnvoll | Wichtigste Grenze | |
|---|---|---|
| Interner Techniker | ab 40–50 Arbeitsplätzen, sehr spezifische Anforderungen | deckt nur einen Kompetenzbereich ab; Ausfallrisiko bei Urlaub und Krankheit |
| Externer Anbieter | vom kleinen Unternehmen bis zum Mittelstand | muss sorgfältig ausgewählt werden: Die Marktqualität schwankt stark |
| Gemischtes Modell | komplexe oder standortübergreifende Strukturen | erfordert klare Rollen, um Überschneidungen zu vermeiden |
Unterhalb einer bestimmten Größe bietet ein strukturierter Partner mehr Spezialisierungen zu geringeren Kosten als eine Festanstellung, weil die Kosten für Know-how auf mehrere Kunden verteilt werden.
So wechseln Sie den Anbieter ohne Risiko
Die Angst vor dem Wechsel hält viele Unternehmen in Situationen fest, die längst nicht mehr funktionieren. Ein gut gemanagter Wechsel umfasst:
- Vollständige Inventarisierung von Systemen, Lizenzen, Zugängen und bestehenden Verträgen
- Dokumentierte Übergabe von Zugangsdaten und Konfigurationen
- Überschneidungsphase, in der der bisherige Anbieter noch erreichbar ist
- Prüfung, dass Backups und kritische Systeme betriebsbereit sind, bevor abgeschlossen wird
Wenn ein Anbieter Ihnen diesen Weg vorschlägt, arbeitet er professionell. Wenn er ihn behindert, haben Sie die Bestätigung, dass der Wechsel überfällig ist.
Ein schneller Weg, um Ihren Stand zu verstehen
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